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"Seit alters gibt es in allen Orten Menschen, die ihre ganze Kraft und Idealismus in den Dienst ihrer Mitmenschen stellen und Kulturräume schaffen, die von einem unsagbaren Wert sind. Sie sind es, die maßgeblich beteiligt sind am Gemeinschaftsleben eines Dorfes und für viele Wegbegleiter im Leben. Allein der Halt, den viele junge Menschen in der Musikkapelle finden, ist von unschätzbarem Wert."
Diese Worte, von Msgr. Josef Wieser anlässlich des 100-Jahrjubiläums für den Abdruck in der Festschrift an unseren langjährigen Kapellmeister gerichtet, sagen mehr aus als eine lange Auflistung von Ausbildung, Werdegang und Funktionen, welche Wilfried Egger in seinen mittlerweile 46 Dienstjahren in den Reihen unserer Musikkapelle und darüber hinaus absolviert hat.
In 35 Jahren am Dirigentenpult hat er alle Höhen und Tiefen mitgemacht. Aus der 40 Mann starken Kapelle im Jahre 1974 wurde ein zeitweise an die 70 aktive MusikantInnen umfassender Klangkörper, ein großer Teil der Mitglieder vom Kapellmeister eigenhändig ausgebildet. Mit dem Abhalten eines alljährlichen Saalkonzertes, dem ersten im Pustertal, wurde gleich im ersten Jahr ein wichtiger Schritt nach vorne gesetzt. In den Jahren darauf folgten mehr als 600 (!) Konzerte sowie zahllose Auftritte mit der Musikkapelle, der Böhmischen und einzelnen Bläsergruppen. Dabei standen stets die Funktion einer Musikkapelle als wertvoller Kulturträger sowie der Geschmack des Publikums im Vordergrund.
Wilfried Egger hat mit Abschluss des Jubiläumsjahres 2008 seine Funktion als Kapellmeister der Peter Sigmair Kapelle abgegeben, ist aber nach wie vor - neben seiner Tätigkeit als Kapellmeister der Musikkapelle Vierschach - mit Leib und Seele als Mitglied unserer Kapelle im Einsatz. Für seinen außerordentlichen Einsatz zum Wohle der Musikkapelle Peter Sigmair Olang wurde er anlässlich des Frühjahrskonzertes 2010 zum Ehrenkapellmeister ernannt.
Musikalischer Werdegang (aus der Festschrift 2008)
Geboren am 23. Mai 1947 in Olang, tritt er im Jahr 1963 als Tenorhornbläser der Kapelle bei. In den Jahren 1964-73 besucht er die Musikkurse des Südtiroler Kulturinstitutes in Bruneck. Nach mehrjährigem Besuch von Chorleiterlehrgängen am Grillhof/Innsbruck und in Bozen übernimmt er 1972 die Leitung des Mitterolanger Kirchenchores von seinem Vater Alois, welche er bis zum Jahr 2002 inne hat. Gleichzeitig leitet er 17 Jahre lang denOberolanger Kirchenchor.
In den Jahren von 1972-74 nimmt er an den Kapellmeisterlehrgängen des VSM unter Leitung von Prof. Otto Ulf, Sepp Thaler sowie Sepp Tanzer teil und übernimmt im Dezember 1973 die musikalische Leitung der Peter Sigmair Kapelle. Ein erstes Anliegen, und gleichzeitig ein wichtiger Schritt nach vorne, ist der Gedanke, wie anderswo im Lande ein jährliches Saalkonzert abzuhalten. Bereits 1974 wird dieses Vorhaben im Rahmen eines Familienabends zum Muttertag in die Realität umgesetzt. 1975 folgt zusammen mit dem Chor der Lehrerbildungsanstalt Meran ein zweiter Konzertabend im Kongresshaus Olang.
In den Folgejahren etabliert sich das Frühjahrskonzert im Pustertal, trotz Widerständen aus den eigenen Reihen, in musikalischer Hinsicht zum jährlichen Höhepunkt. Um auch in der persönlichen Entwicklung einen Schritt nach vorne zu machen, besucht er in den Jahren 1980-82 den Lehrgang zur Leitung von Blasorchestern und Ausbildung von Jungbläsern unter der Führung von Dr. Hans-Walter Berg an der Bundesakademie für musikalische Jugendbildung Trossingen/D. Desgleichen nimmt er in der Folge an verschiedenen Kapellmeisterseminaren des VSM und des ÖBV in Graz, Strobl/ W o l f g a n g s e e , Z e i l e r n / Niederösterreich und an drei Dirigenten-Meisterkursen in Feldkirchen/Kärnten teil.
Im Bezirk Bruneck des VSM wirkt er sechs Jahre als Bezirkskapellmeisterstellvertreter und in der Folge 12 Jahre lang als Bezirkskapellmeister. Ein großer Verdienst ist dabei nicht zuletzt der Aufbau und die Pflege guter Kontakte zu befreundeten Kapellen und Funktionären im In- und Ausland.
Besondere musikalische Erlebnisse
Gestaltung von Gottesdiensten im Dom zu Freising 1983 sowie im Stephansdom 1996, Tanzunterhaltung beim Tirolerball in Wien 1978 und 1996, Gala-Konzert im Teatro Flavio Vespasiano in Rieti bei Rom 1999. Aber auch Festkonzerte bei Jubiläumsfeierlichkeiten wie etwa beim 150-Jahr-Jubiläum der Algunder Musikkapelle, 175-Jahr-Jubiläum der Musikkapelle Abfaltersbach oder 150-Jahr-Jubiläum der Andreas Hofer Kapelle St. Leonhard, wo neben so namhaften Kapellen wie der Speckbacher Stadtmusik aus Hall/Tirol und der Musikkapelle Peter Mayr/Pfeffersberg konzertiert wird, stellen wertvolle Erinnerungen dar.
Dabei sollen die vielen Abendkonzerte im Park von Mitterolang vor oftmals „ausverkauftem Haus“ nicht vergessen werden, insgesamt hat Kapellmeister Egger 613 dokumentierte Konzerte mit den Musikanten einstudiert und sich dabei stets um ein ausgewogenes, qualitativ hochwertiges Repertoire bemüht. Die Funktion einer Blaskapelle als wertvoller Kulturträger sowie der Geschmack des Publikums sind dabei stets im Mittelpunkt gestanden, und so ist man auch nicht jedem „Modetrend“ nachgelaufen. Ein Blick auf die aktuellen Konzertprogramme vieler namhafter Blaskapellen bestätigt diese eingeschlagene Richtung.

