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»... nicht einmal die Musik konnte ihn begleiten, deren Spender in reichlichem Maße er war.«
Josef Egger, Kapellmeister, über die Beerdigung von Candidus Prugger in den ersten Kriegsjahren
Nach dem ersten Weltkrieg, der auch in den Reihen der Musikanten Opfer forderte, werden die Instrumente aber bald wieder hervorgeholt, und ein erstes Foto aus dem Jahr 1920 zeigt bereits wieder 28 Musikanten aus Ober- Mitter- und Niederolang, die vor einem Gasthaus posieren. Auch Kassabuch andere Dokumente (so etwa ein Laufzettel zur Einberufung der Generalversammlung 1923) sowie ab 1924 die Vereinschronik belegen die wieder aufgenommene Tätigkeit der Musikkapelle.
Allerdings überschatten die mit der Einverleibung in den italienischen Staat Schikanen bei öffentlichen Auftritten, Zwangsverpflichtung bei faschistischen Feiern, Umbenennung und Auflösung der Kapelle sind nur einige der in der Chronik vermerkten Maßnahmen zur Unterdrückung der Tiroler Kultur. einhergehenden Probleme auch die Tätigkeit der Musikkapelle.
1925 erfolgt die Ernennung zur "Gemeindemusik", 1926 folgt die Zusammenlegung mit der Kapelle von Niederolang, aber bereits im Frühjahr 1927 erfolgt nach vermehrten Problemen in der Zusammenarbeit mit den Niederolangern und schließich aufgrund mangenlnder Unterstützung durch die Gemeinde vertreten durch den Herrn Podestà De Zordo wieder die Auflösung dieser vereinten Kapelle.
Die Musikkapelle Ober- und Mitterolang erhält die Erlaubnis als "Privatmusik" weiterzumachen und so wird alsbald die Neuorganisation in Angriff genommen. Der langjährige, erste und bisher einzige Kapellmeister Josef Egger ist allerdings nicht mehr zum Weitermachen zu bewegen, weshalb schließlich der Postmeister Josef Hörmann die Leitung der Kapelle übernimmt. Aber bereits im Jahr darauf übernimmt auf Drängen des Ausschusses wieder Josef Egger das Kapellmeisteramt.
In den 20er Jahren berichtet die Chronik noch von einer regen Tätigkeit, so kommt die Kapelle etwa nach Bozen anlässlich des großen Tiroler Trachtenumzuges im Rahmen der Bozner Messe,1921, in dessen Verlauf es zur Ermordung des Marlinger Lehrers Franz Innerhofer kommt, oder auch zu einem Empfang des Königs Vittorio Emanuele III im Jahr 1926 ebenfalls in Bozen. Fotos zeigen die Kapelle auch bei Ausrückungen in Steinhaus, Bruneck oder Welsberg.
In den 30er Jahren führen die zunehmende Unterdrückung durch den Faschismus, aber auch interne Reibereien zu einem Rückgang der Tätigkeit, bis schließlich 1933 die schriftliche Auflösung der Kapelle von Seiten der Präfektur erfolgt. Bereits 1931 kommt es aufgrund von Meinungsverschiedenenheiten zwischen dem neuen Kapellmeister Josef Egger jun. und einigen Musianten zur Zerreisprobe: dieser und seine Brüder bleiben der Kapelle fern, mit Achille Del Marco wird ein "auswärtiger" Kapellmeister bestellt, welcher neuen Schwung in die Kapelle bringt. Bereits 1933 muss aber Kapellmeister-Stellvertreter Franz Wieland die Leitung übernehmen.
Die 30er Jahre gleichen einer Berg- und Talfahrt: Prozessionen werden verboten, auf die Romreise im Frühjahr 1933 folgt die bereits angesprochene Auflösung im Herbst. Auf Intervention des neuen Obmannes Peter Preindl kann im Jahr 1934 wieder weitermusiziert werden, so tritt die Musik zu 15 (!) Konzerten an, umrahmt Prozessionen und gibt einige Ständchen, auch ein Auftritt außerhalb der Gemeinde kommt zustande.
1935 verstummt die Musik aufgrund von internen Problemen wieder, 1936 werden zumindest Prozessionen mit Musik verschönert und das Jahr 1937 kann mit einem Ausflug nach Corvara beschlossen werden. 1938 wird wieder ganz fleißig gearbeitet, aber mit dem "Stille Nacht" zu Jahresende ist es wieder vorbei. Aus den folgenden Kriegsjahren ist nur eine Ausrückung zur Primiz von Josef Zingerle/Steiner im Jahr 1943 dokumentiert (Kassabuch).
Weiter:
1947 - 1968
