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»Getragen von stolzem Bewußtsein für das Vaterland sowie auch für Gott und Kaiser zu dienen, haben sich hier eine Schar junger Männer zusammengetan, um auch in der Gemeindefraktion Oberolang eine eigene Musikkapelle zu gründen ...«
Josef Egger, Kapellmeister, Josef Messner, Fraktionsvorsteher, 17. Juli 1908
Damit beginnt die mittlerweile 100jährige Geschichte der Musikkapelle Peter Sigmair Olang. Am 17. Juli 1908 richten der erste Kapellmeister Josef Egger/Pitterle und der Fraktionsvorsteher von Oberolang, Josef Messner, an Kaiser Franz Josef I. die Bitte, für die Gründungskosten des "Musikvereins von Ober- und Mitterolang" einen Beitrag zu gewähren. Ein Original des Bittschreibens befindet sich heute noch im Archiv der Musikkapelle.
Bereits aus den Anfangsjahren der Musikkapelle, aus einer Zeit, in der finanzielle Engpässe und eine unheilvolle politische Situation mit Erstem Weltkrieg und Faschismus herrschen, liegen schriftliche Dokumente vor, so z. B. der oben genannte Bittbrief, außerdem eine Art "Kontoauszug" aus den Jahren 1908 - 1920 sowie die vollständig erhaltenen Kassabücher, beginnend mit dem Jahr 1908.
In diesen bewegten Zeiten nun entschließen sich einige unternehmungslustige junge Männer eine Musikkapelle zu gründen. Federführend ist dabei ein gewisser Thomas Niedermair, Schuster in Oberolang. Er war zuvor Mitglied der Musikkapelle Niederolang, bis er durch Heirat nach Oberolang kommt. Außerdem zählen Josef Egger/Pitterle, Johann Kofler/Rader und Peter Neunhäuserer/Sigmair, alle aus Mitterolang zu den Gründern der Kapelle.
DIE GRÜNDUNGSMITGLIEDER: NIEDERMAIR, EGGER, KOFLER, NEUNHÄUSERER
Zumindest drei von ihnen haben bereits seit den 80er Jahren des 19. Jh. bei der Musik in Niederolang gespielt, bis es infolge von Unstimmigkeiten zum Zerwürfnis kommt und sämtliche Mitterolanger ausschieden. Augenzeuge bei der Gründungsversammlung im Jahre 1908 ist außerdem Max Prugger, damals ein 9jähriger Bub, später selbst langjähriges Mitglied, Obmann und Kassier der Kapelle. Auch nach seinem Ausscheiden 1930 bleibt er der Kapelle noch lange als Unterstützer erhalten.
THRONFOLGER ERZHERZOG FRANZ FERDINAND IN OLANG BEI DER ENTHÜLLUNG DES PETER SIGMAIR DENKMALS
»Selten mag das Pustertal eine derartige imposante Festlichkeit gesehen haben ...«
"Neue Tiroler Stimmen", 18.07.1910
Einen ersten Höhepunkt in der Geschichte der Musikkapelle stellt sicherlich der Besuch des Thronfolgers Erzherzog Franz Ferdinand in Olang dar. Nachdem im Jahr 1909 allerorts Gedenkveranstaltungen in Erinnerung der Freiheitskämpfer von 1809 anstehen, bildet man auch in Olang ein entsprechendes Komitee unter der Obmannschaft von Candidus Prugger, Oberschützenmeister; mit dabei auch Lehrer Tasser als Schriftführer und Josef Egger, Gemeindevorsteher (=Bürgermeister) und Kapellmeister. Ein Denkmal für den Olanger Freiheitskämpfer Peter Sigmair wird errichtet, dessen Einweihung allerdings erst im Jahr 1910 stattfindet, dafür aber im Beisein des österreichischen Thronfolgers. Din Wald von Flaggen vom Baumgartner Stöckl bis zum Denkmal, Musikkapellen, Schützenkapellen, Schützenkompanien und jede Menge Prominenz machen die Veranstaltung zu einem unvergesslichen Erlebnis, worüber Josef Egger in seinen Lebenserinnerungen (1947) ein sehr farbenfrohes Bild malt.
MUSIKALISCHE ANFÄNGE UND ERSTE AUSFLÜGE
Über das Vereinsleben der ersten Jahre ist relativ wenig bekannt. Jedenfalls wurden 1909 bereits die Prozessionen musikalisch begleitet, dem Pfarrer ein Neujahrsständchen gebracht und auch bereits erste Tanzabende gestaltet. 1910 zeugt ein erstes Foto der Musikkapelle in Percha bereits von ersten Auftritten außerhalb des Gemeindegebietes. Im selben Jahr reist man auch nach Brixen, um bei der Einweihung des Peter Mayr Denkmals beim Wirt an der Mahr mitzuwirken. Zu dieser Zeit, als viele ihr Leben lang kaum bis nach Bruneck gekommen sind, stellte diese Fahrt bereits eine größere Reise dar.
Im Jahr 1914 zeigt ein Bild der Kaiserfeier am Peter Sigmair Denkmal nur noch 12 Mann, der ausgebrochene Krieg wirft seine Schatten voraus und bringt die Musik alsbald gänzlich zum verstummen.
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Festschrift 2008
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1915 - 1939
